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Gruppensprechstunden

Gruppensprechstunden (GS) sind für Deutschland eine neue Art der hausärztlichen Sprechstunde. Im Kern steht der Ansatz, dass an der gleichen Erkrankung leidende Patienten bei ihrem Hausarzt gemeinsam zu einer Sprechstunde zusammenkommen. Neben den Inhalten der klassischen Einzelsprechstunde steht hier der Diskurs zwischen den Patienten über ihre Erkrankung und die Entwicklung bzw. der Austausch von Ansätzen und Ideen, die ihnen zu einem besseren Umgang mit der Erkrankung verhelfen können, im Vordergrund. 

Die grundlegende Idee der Gruppensprechstunden ist das Aufbrechen der klassischen Einzelsprechstunde. Der Arzt begegnet nicht mehr einem einzelnen Patienten, sondern einer Gruppe von Patienten. Hierdurch sollen die Patienten als Ressource für ihre eigene Gesundheit sowie die Gesundheit der anderen Gruppenmitglieder mobilisiert werden. In dem Modell der Cooperative Health Care Clinics (CHCCs), welches in abgewandelter Form nun in Sachsen-Anhalt erstmalig eingeführt werden soll, besteht die Gruppe aus Patienten, die an der gleichen chronischen Grunderkrankung leiden. Das Modell der CHCCs ist als Gruppensprechstunden-Programm angelegt. Das bedeutet, dass eine konstante, gleiche Patientengruppe in regelmäßigen, zweimonatigen Abständen bei ihrem Hausarzt für eine Gruppensprechstunde zusammenkommt.

Durch die Regelmäßigkeit der Gruppensprechstunden soll ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Patienten entstehen, welches es ihnen erlaubt, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu einer gesundheitsfördernden Verhaltenzu motivieren und sich gegebenenfalls gegenseitig bei der Umsetzung von Verhaltensänderungen zu unterstützen.